Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war kurz für Jens Lapp. Um vier Uhr morgens klingelte sein Wecker, denn der Leiter des Gundelfinger Bauhofs war für den sogenannten Weckdienst eingeteilt, der die Straßenverhältnisse in der Früh kontrollieren muss.

"Dass ich aufgrund des Schneefalls früh raus muss, war ja abzusehen", sagt Lapp, dessen derzeit zwölfköpfiges Bauhofteam bereits am Donnerstag ununterbrochen mit zwei Unimogs, einem Ladog und einem Schmalspurtraktor im Einsatz war. "Die Gundelfinger Bürger erhalten ein Rund-um-sorglos-Paket. Wir streuen nahezu jede öffentliche Straße und jeden Gehweg", so Lapp. Das seien allein innerorts rund 80 Straßenkilometer. Damit nicht genug: "Wir bedienen auch abgelegene Höfe im Reutebach und bei der Zähringer Burg", sagt Jens Lapp.

Ärgerlich sei, wenn Bürger den Schnee von ihren Einfahrten auf die zuvor vom Bauhof geräumte Straße schippten. Er appelliere, den Schnee an der Bordsteinkante aufzuhäufen. Trotz des für Gundelfinger Verhältnisse außergewöhnlich heftigen Schneefalls sei im Ort aber kein Chaos ausgebrochen. "Ich würde eher sagen, es herrschte viel Trubel." Das Telefon habe nicht still gestanden, so Lapp, der auch Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Gundelfingen ist. Und diese sei wie die Wehr aus Wildtal ebenfalls im Einsatz gewesen, am Freitagmorgen um 4.21 Uhr das erste Mal. In Wildtal musste ein umgestürzter Baum aus dem Weg geräumt werden. Bis zum Mittag seien acht weitere Einsätze gefolgt. "Wenn Hecken zu hoch wachsen, knicken sie unter der Schneelast ein und blockieren Straßen", erklärt Lapp. Und weiter: "Würde jeder seine Bäume in Schuss halten, hätten wir weniger Arbeit."

Nicht bei jedem abgeknickten Ast Feuerwehr alarmieren


Manchmal werde die Feuerwehr auch etwas zu früh alarmiert, sagt Lapp: "Kein Mensch soll davor zurückschrecken, die Feuerwehr zu rufen, aber wenn nur ein paar armdicke Äste auf der Straße liegen, die mit der Muskelkraft eines erwachsenen Menschen beseitigt werden könnten, muss nicht die Wehr anrücken."

Quelle: Badische Zeitung 16.01.2021 Sebastian Krüger