Einen Einsatz hatte die Gundelfinger Feuerwehr in der Nacht auf Samstag: ein Motorroller brannte in einer Garage. Der Brand wurde gelöscht war, die verrauchte Garage mit Hochdruckgerät gelüftet.

Wie die Feuerwehr berichtet, war ihr ein ein brennender Motorroller in einer Garage in der Hansjakobstraße gemeldet worden, was sich vor Ort bestätigt habe. Der brennende Roller stand demnach unter einem Betonvordach einer ebenerdigen Großraumgarage. Der Brand wurde unter Atemschutz gelöscht. Danach wurde die verrauchte Garage mit einem Hochdrucklüfter belüftet. Menschen kamen der Feuerwehr zufolge nicht zu Schaden. Der Einsatz endete gegen 4.30 Uhr am Morgen.

Quelle:Badische Zeitung 05.06.2022 BZ-Redaktion

Der Gundelfinger Kommandant Jens Lapp fordert bei der Hauptversammlung der Gundelfinger Feuerwehr eine bessere Unterbringung für die Einsatzkräfte, die Geräte und den Fuhrpark.

Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr in Gundelfingen und Wildtal platzen aus allen Nähten. Bei der Unterbringung der Einsatzkräfte und Fahrzeuge können die Feuerwehrleute nicht mehr improvisieren – und sie wollen es auch nicht mehr. Das machte Kommandant Jens Lapp bei der Hauptversammlung deutlich.

"Rings um das Feuerwehrhaus sind Container für Material platziert und die Feuerwehrautos stehen draußen, denn in der Halle gibt es kein Platz", sagte Jens Lapp bei der Hauptversammlung im voll besetzten Feuerwehrhaus. "Die Feuerwehr wächst, was anhand der steigenden Zahl von Einsätzen und Anforderungen auch sehr wichtig und gut ist", erklärte der Feuerwehrkommandant. Gundelfingen habe sich entwickelt und wachse rasant. "Der dichten Bebauung, den vielen Tiefgaragen und den massiven Mehrfamilienhäusern muss sich auch die Ausrüstung der Feuerwehr anpassen."

Im Jahr 2021 gab es über hundert Feuerwehreinsätze


Im letzten Jahr absolvierten die Feuerwehrleute 106 Einsätze und haben dabei 15 Personen aus einer Notlage gerettet, für zwei Menschen kam die Hilfe zu spät. In diesem Jahr führten die 97 aktiven Einsatzkräfte bereits 34 Einsätze durch. Von Gebäudebrand über technische Rettung bei Verkehrsunfällen, Menschen- und Tierrettungen und Bergungen, Unwettereinsätzen bis hin zu Umwelteinsätzen deckt die Feuerwehr ein breites Spektrum ab. Polizeipostenleiter Michael Nowak, erklärte, dass die Polizei im Schnitt wöchentlich mit der Feuerwehr einen gemeinsamen Einsatz habe. "Die Feuerwehr ist unser stärkster und intensivster Partner."

"Wir organisieren an Einsatzstellen ein funktionierendes Hygienekonzept, das endet momentan leider bei der Rückkehr im Gerätehaus, da Duschen und Möglichkeiten zum Umkleiden fehlen", beklagte Lapp. Aktuell wurde für die Feuerwehr im Herdweg eine Halle angemietet für Geräte. "Das schafft ein wenig Luft im Platzproblem, ändert aber nichts an den fehlenden Funktionsräumen." Er appellierte eindringlich, die Feuerwehr-Unterbringung ganz oben auf die Gemeindeagenda zu setzten. Die Modernisierung sei so dringend, dass es unabhängig von anderen Projekten angepackt werden muss. Neben den baulichen Veränderungen dürfe die Erneuerung des Fuhrparks nicht vergessen werden. Ein neuer Einsatzleitwagen wurde bereits bestellt. Das Vorgängerfahrzeug ist 36 Jahre alt. Das Löschfahrzeug im Wildtal ist 34 Jahre und der Tanklastwagen 26 Jahre alt.

Bürgermeister stellt Abhilfe bei Platzproblemen in Aussicht


"Das Platzproblem darf und kann kein Dauerzustand werden, hier muss Abhilfe geschaffen werden", sagte Bürgermeister Raphael Walz. Zusammen mit dem Gemeinderat plane er in Sondersitzungen bereits Lösungen. "Wir als Gemeinde können uns zu jeder Zeit auf unsere Feuerwehr verlassen – jeder Mann und jede Frau brennt für die Feuerwehr – keine Aufgabe ist für sie zu viel, kein Weg zu weit", sagte Walz. Dass die Gundelfinger Feuerwehr so gut aufgestellt sei, ist den Leistungen der Jugend- und der Feuerwehrleitung zu verdanken. Inzwischen habe sich die Jugendfeuerwehr als Nachwuchsschmiede für die Gesamtfeuerwehr mehr als etabliert.

Erfolgreiche Nachwuchsarbeit und Weiterbildung in der Gundelfinger Wehr dokumentierten die Beförderungen. So wurden 22 Feuerwehrfrauen und -männer vom Feuerwehrkommandant Lapp und vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Karlheinz Strecker befördert, der die Leistungen der Wehr in seinem Grußwort würdigte.

Der Bürgermeister nahm eine ganze Reihe von Ehrungen im aktiven Dienst vor: Wilhelm Nübling (65 Jahre bei der Feuerwehr), Alfred Lapp, Gustav Nübling, Wolfgang Engler (55 Jahre), Dieter Winkler, Norbert Hett (50 Jahre), Franco Natolino, Franz Gankiewicz (40 Jahre), Jens Lapp (30 Jahre), Wiebke Wendt, Frank Hug, Michael Wernet (20 Jahre), Sarah Huber, Bernhard Haarhaus, Bernd Gehri, Hannes Engler, Tim Schneeberger (10 Jahre). Der stellvertretenden Kreisbrandmeister Strecker nahm die Landesehrungen vor: Für 40 Jahre im aktiven Dienst wurden Gino Schneidemesser und Jürgen Binninger geehrt. 25 Jahre dabei sind Orazio Greco, Alexander Holzmann und Ulrich Günzburger und für 15 Jahre wurde Stephan Kremer geehrt.

Der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Gotthard Benitz nahm zum Schluss noch besondere Ehrungen vor: So erhielt Daniel Andris, Nicolas Gisin, Patrick Brändle und Jürgen Vögele von ihm je eine Landesauszeichnung. Dem Kommandanten Jens Lapp wurde das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze für sein Engagement in der Feuerwehr verliehen. "Ich bin sprachlos, aber unheimlich stolz", bedankte sich Lapp.

Quelle: Badische Zeitung 16.05.2022 Andrea Steinhart

Die Jugendfeuerwehrin Gundelfingen ist bestens aufgestellt. Während andere freiwillige Feuerwehren über mangelndes Interesse von Kindern und Jugendlichen klagen, ist es in Gundelfingen ganz anders. Hier wird der Platz im Feuerwehrhaus knapp. Das hält die Mädchen und Jungen aber nicht davon ab, am Samstag bei der Dorfputzede mitzumachen.

"Ich möchte mich für die Gemeinschaft einsetzen, ich möchte helfen." Marcel Hiesel weiß, was er will. "Ich möchte ein Leben lang bei der Feuerwehr bleiben", sagt der 16-Jährige. Seine beiden Freunde Niklas und Louis nicken. "Wir sind Freunde hier bei der Feuerwehr und auch sonst", sagt Niklas. Seit ihrem zehnten Lebensjahr engagieren sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Gundelfingen. "Die Feuerwehr ist eine klasse Freizeitbeschäftigung, und man lernt sehr viel dabei", sagt Louis. Marcel kommt aus einer Feuerwehrfamilie.

Schon als Kind mit dabei


"Mein Vater ist bei der Feuerwehr, und ich durfte als Kind immer mitgehen, wenn er als Feuerwehrmann unterwegs war – außer zu den Einsätzen." Eilte sein Vater zum Einsatz, stoppte Marcel die Zeit, die zwischen dem Feuerwehr-Alarm und dem Moment, in dem das Feuerwehrauto zu hören war, verstrich.

"Wir könnten noch mehr Kinder und Jugendliche aufnehmen – aber wir haben keinen Platz", sagt Jugendwart Marcus Binger. In den beiden Containern neben dem Feuerwehrhaus ist es für die 34 Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr einfach zu eng. "Die Jungen müssen sich in Schichten umziehen", sagt Stellvertreter Patrick Brändle. "Wir sind am Limit."

Mehr Jugendliche könnten nicht betreut werden


Nicht nur wegen des Platzmangels. Auch hinsichtlich der Betreuung der Kinder in der Jugendfeuerwehr stoße diese an ihre Grenzen. Immerhin: Der Platzmangel hat bald ein Ende, zwei weitere Container seien bestellt, sagt Binger. Wenn diese geliefert seien, stehe den Jugendlichen ein Doppelcontainer für ihre Ausrüstung zur Verfügung.

Aktuell bewerbe die Jugendfeuerwehr kaum ihre Nachwuchsarbeit – warum auch: "Wir führen eine Warteliste – derzeit warten 17 Interessierte auf einen Platz bei uns." Diese Liste gibt es seit 2019. Die Wartezeit beträgt einige Monate. Immer wieder absolvieren Jugendliche ihren Grundlehrgang und wechseln dann mit 18 Jahren zur aktiven Feuerwehr. Dann gibt es wieder Platz bei der Jugendwehr. "Nächstes Jahr erleben wir wieder ein Loch – aber das können wir gut auffüllen mit Kindern auf der Warteliste", sagt Binger.

Die Hälfte der Wehrmitglieder ist seit ihrer Jugend dabei


Die Jugendfeuerwehr ist somit die Nachwuchs-Schmiede der Freiwilligen Feuerwehr Gundelfingen. "Die aktive Wehr braucht immer Nachwuchs – mehr als 50 Prozent der aktiven Feuerwehrleute kommen aus der Jugendfeuerwehr", erklärt Binger. Neben theoretischen Grundlagen lernen die Jugendlichen viel praktisches Wissen fürs Leben.

Erste-Hilfe-Kurse würden absolviert, aber auch technisches Verständnis geschult. Vermittelt werde auch Hilfsbereitschaft, Teamfähigkeit und Disziplin, Sauberkeit und Ordnung. Und natürlich stehe der Spaß im Vordergrund, versichert Binger: "Das stärkt die Gruppendynamik und den Zusammenhalt." Wichtig sei auch, dass die Älteren den Jüngeren helfen. "So etwas wie Mobbing gibt es bei uns nicht", sagt der Jugendleiter. Für die Abnahme des Leistungsabzeichens der Jugendflamme Stufe drei muss auch ein ökologisches Projekt in Angriff genommen werden. Da bietet sich die Dorfputzede geradezu an.

Jugendliche sammeln Plastik, Papier und Flaschen


Treffpunkt am Morgen ist das Gerätehaus – von dort aus machen sich die jungen Brandschützer in vier Himmelsrichtungen auf den Weg, um das Industriegebiet zu säubern. Marcel, Niklas und Louis ziehen in Richtung neue Jugendhütte los. Auf den Wegen dorthin heben sie Plastikteile, Papier und Flaschen auf. Bis zur Jugendhütte sind die Eimer voll. Bei der Jugendhütte finden sie indes nur wenig – dort steht auch eine große Mülltonne. Aufpassen müssen sie dennoch – auf den Bärenklau. Der Saft der großen Pflanzen, die rings um die Jugendhütte wachsen, verursacht Hautreizungen.

Wer Mitglied bei der Gundelfinger Jugendfeuerwehr werden möchte, muss mindestens zehn Jahre alt sein. Eine Ausrüstung, zu der Latzhose, Jacke, Helm und Sicherheitsschuhe gehören, wird gestellt.

Quelle:Badische Zeitung 10. Mai 2022, von Andrea Steinhart