Brandstifter hält Jugendfeuerwehr auf Trab

GUNDELFINGEN (BZ). Die Gundelfinger Jugendfeuerwehr besetzte bei ihrer 24-Stunden-Übung von Freitag bis Samstagabend die örtliche Feuerwache, um wie eine echte Berufsfeuerwehr Notrufe anzunehmen und zu bearbeiten. Die Jugendlichen waren, wie es jetzt im Bericht der Feuerwehr heißt, "sehr überrascht", denn auch kuriose Anrufe seien nicht ausgeblieben.

Wie bei der richtigen Feuerwehr-Leitstelle in Freiburg habe mancher Anrufer versucht, die Leitstelle als Lieferdienst für Pizza, Döner oder Blumen für den anstehenden Muttertag zu nutzen, ein Anrufer hatte gar ein Pony als Zugpferd für die schwere Spritze gekauft und wollte diese nun abliefern.

Gleich der erste Einsatz zeigte, dass die Feuerwehr eben nicht nur zum Feuerlöschen ausrückt, sondern auch zum Schutz der Umwelt vor Schadstoffen. So meldete ein Spaziergänger mit Hund einen seltsamen Geruch und einen Ölfilm auf dem Wasser des Schobbachs. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Eimer mit Fischmehl umgefallen war, Hund und Spaziergänger waren mit dem Stoff in Berührung gekommen, weshalb sie mit Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug notdürftig gereinigt wurden und der Stoff im Gewässer mit einer Ölsperre aufgenommen wurde.

Nachdem mehrere Brände auf dem Bauhof, an der Alten Bundesstraße und am Waldfriedhof eines in Gundelfingen wütenden Brandstifters gelöscht waren, wurde dieser im dichten Wald unweit des Waldfriedhofs mit einer großangelegten Suchaktion gestellt. Nach dieser aufregenden Einsatzfolge durften die Jugendlichen dann endlich in ihren Schlafsäcken im Feuerwehrhaus ausruhen und übernachten.

Doch die Nachtruhe währte nicht lange, denn die Kinder wurden durch den Alarmgong um 6.30 Uhr am Morgen unsanft geweckt. Zwei Besucher einer Geburtstagsparty in den Vereinsräumen der Fässlistemmer mussten wegen eines auf dem Herd brennenden Essens gerettet werden. Auch am Albert-Schweizer-Gymnasium brannte es auf dem Schulhof. Weil der Brandrauch aber in die Schule zog, konnten sich mehrere Personen nicht mehr selbständig retten.

Ein großer Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen und eingeschlossenen Verletzten sowie einem Entstehungsbrand am Rebberg bildeten den Abschluss der Aktion für die Jugendwehr. Hochmotiviert, auch dank der stets guten Küche des Feuerwehrkochs Harry Rapp, gingen Befreiung, Rettung und Behandlung der Eingeschlossenen schnell und leicht von der Hand, berichtet die Wehr.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter jugendfeuerwehr.feuerwehr-gundelfingen.org.
 
Quelle: Badische Zeitung 15.03.2018, Andrea Steinhart