Die letzten Stufen sind bestialisch

61 Stockwerke mit Atemschutzmaske: Gundelfinger und Wildtäler Feuerwehrleute waren beim Skyrun in Frankfurt am Start.

GUNDELFINGEN-WILDTAL. Zwei Teams, sechs Männer, 61 Stockwerke und 1202 Stufen: Beim Skyrun in Frankfurt ging es steil bergauf – quasi Stufe für Stufe. "Wir haben unser hochgestecktes Ziel erreicht – oben anzukommen und das in möglichst kurzer Zeit", freut sich Frank Hug, Feuerwehrmann aus Gundelfingen.

Zum ersten Mal nahm die Feuerwehr Gundelfingen-Wildtal an dem Wettkampf Fire-Fighters-Cup Elite mit zwei Teams teil. Jede Mannschaft bestand aus drei Personen, die nur ein Ziel hatten: So schnell wie möglich den Frankfurter Messeturm mit seinen 61 Stockwerken empor zu rennen, und zwar in voller Ausrüstung – das heißt mit Atemschutzgeräten und Schutzkleidung, was ihnen rund 25 Kilo zusätzlich bescherte. "Die ersten 20 Stockwerke sind okay, dann wird es mühsamer und die letzten Stufen sind bestialisch – am Ende hatte ich kaum mehr Luft", fasste Hug seinen Skyrun zusammen.

"Dennoch war es eine tolle Erfahrung, und wir sind nächstes Mal alle ganz sicher wieder dabei." Denn so ein Wettkampf ist auch ein gutes Training für den Feuerwehrdienst. "Je fitter man ist, umso besser ist das bei einem Ernstfall", verdeutlichte Hug. So ist der Skyrun eine gute Gelegenheit, seine Feuerwehrfitness auf den Prüfstand zu stellen. Auf die Idee zum Skyrun kam der Feuerwehrkamerad Patrick Brändle bei einer Feier. "Wir fanden es gleich gut – so etwas macht man ja nicht alle Tage", erzählte Jannik Haeußler. Doch ohne kräftezehrendes Training hätten sie den Kampf im höchsten Treppenhaus Europas nicht geschafft. "Wir haben Monate vorher angefangen im Team zweimal pro Woche zu trainieren", erzählte der 21-Jährige. Ab Februar ging es joggen zur Zähringer Burg – natürlich mit Atemschutzmaske. Da wird das Ein- und Ausatmen ganz schön anstrengend. Hug: "Beim Atmen mit der Maske muss man bei jedem Atemzug stark ziehen, um überhaupt Luft zu bekommen – und dabei noch Sport zu machen, ist ganz schön schwer."

Das Trainingsprogramm wurde dann noch verschärft: Ab April nahmen sich die sechs Floriansjünger den Roßkopfturm vor. "Wir rannten sechsmal hintereinander den Turm nach oben", erzählte Johannes Haarhaus. Auch das Training absolvierten sie in kompletter Feuerwehrschutzkleidung (Stiefel, Überhose, Einsatzjacke, Helm) inklusiv angeschlossenem Atemschutzgerät und aufgezogener Atemschutzmaske. Der Turm mit seinen 36 Metern war für alle das perfekte Übungsobjekt. Zusätzlich trainierte jeder noch für sich allein. "Ich war noch einmal pro Woche eine Stunde schwimmen", verdeutlichte Hug.

Das harte Training hat sich auf jeden Fall für die Himmelsstürmer ausgezahlt. "Wir waren gut vorbereitet und voll motiviert", meint Johannes Haarhaus. In Begleitung von zwei Feuerwehrkameraden ging es dann am Sonntagmorgen ab nach Frankfurt. 122 Teams gingen dort an den Start, 112 haben den Lauf geschafft. Die Konkurrenz kam aus ganz Deutschland, Frankreich, Spanien oder der Schweiz. Das Team Gundelfingen mit Johannes Haarhaus, Frank Hug und Jannik Haeußler schaffte Platz 21. Johannes Haarhaus war mit 15 Minuten am schnellsten: "Ich war so motiviert, ich hätte die 61 Stockwerke nochmals laufen können." Das Team Wildtal mit den Feuerwehrleuten Patrick Brändle, Bernd Gehri und Robin Günzburger erreichte beim Frankfurter Skywalk Platz 54.

Quelle: Badische Zeitung vom 24.06.2017, Andrea Steinhart