Schwelbrand in Billardcenter

GUNDELFINGEN. Einen Brand im Billardcenter Shooters in Gundelfingen hat die Feuerwehr am Samstagmittag rasch im Griff bekommen. Verletzte gab es keine, doch es ist Sachschaden entstanden. Die für den frühen Nachmittag geplante Großübung der Feuerwehr wurde abgesagt – bis auf ein kleines Kinderprogramm.

Um 12.30 Uhr am Samstag ging bei der Feuerwehr Gundelfingen der Notruf ein: Eine Mitarbeiterin des Shooters, die ihre Abrechnung machen wollte, bemerkte den Brandgeruch. Betreiber Roland Freund eilte herbei und setzte den Notruf ab. Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Rauchentwicklung bereits enorm stark und dichter Rauch quoll aus dem Gebäude. Rund 45 Feuerwehrleute der Gesamtwehr Gundelfingen-Wildtal rückten mit sieben Fahrzeugen, einschließlich einer Drehleiter der Berufsfeuerwehr Freiburg, an. Insgesamt waren so 54 Feuerwehrkräfte im Einsatz.

Einsatzleiter Jens Lapp, der Gundelfinger Kommandant, erkundete die Lage und schnell war klar, dass der Schwelbrand aus der Küche kam. Im Stromverteiler hatte es wahrscheinlich einen Kurzschluss gegeben. Sofort nahm Lapp eine Abschnittsbildung vor, indem er Gruppen für den Innenangriff, für die Wasserversorgung und für das Belüften einteilte. Unter Atemschutz drangen die Feuerwehrleute in die verrauchte Küche ein. Der Schwelbrand hatte bereits auf die Zwischendecke in der Küche übergegriffen. "Der Rauch war mittlerweile so stark, dass man die Hand nicht mehr vor Augen sah", sagte Lapp. Die Feuerwehrmänner mussten zehn Quadratmeter Zwischendecke abreißen und die Küchenschränke entfernen, um das Feuer zu bekämpfen.

Sechs Atemschutztrupps mit je zwei Mann waren im Einsatz. Die Wasserversorgung fand über den Überflurhydranten statt, der auf dem Gelände steht. Danach wurden die Räume des Shooters mit zwei Wärmebildkameras auf eventuelle Glutnester überprüft. Norbert Beiser von den Gemeindewerken Gundelfingen schaltete das Shooters und das benachbarte Fitness-Studio stromfrei. "Die große Herausforderung war es dann, den Rauch aus beiden Stockwerken zu blasen", verdeutlichte der Einsatzleiter. Weil der Rauch auch in das Fitness-Studie zog, wurde dieses von der Feuerwehr geräumt. Voraussichtlich kann es erst nach der Überprüfung durch einen Sachverständigen auf Rauchgase wieder geöffnet werden. Außerdem wurde die Industriestraße kurzzeitig in beiden Richtungen für den Verkehr gesperrt. Unterstützung hatte die Feuerwehr von vier Streifen der Polizei. Vor Ort waren auch ein Notarzt, das DRK und der stellvertretende Kreisbrandmeister Karlheinz Strecker, der den Feuerwehreinsatz beobachtete und am Ende mit der Leistung der Wehr voll auf zufrieden war.

Das Billardcenter selbst ist weitgehend unbeschädigt geblieben. Der Brand- und Wasserschaden halte sich in Grenzen, sagte Lapp. Dennoch ist der untere Teil des Gebäudes total verrußt, ein Großteil der Küche muss erneuert werden. "Wir müssen nun erst mal alles reinigen – auch die Turnier-Billardtische", sagte Betreiber Freund. Insgesamt stehen in den beiden Stockwerken des Shooters 12 Turniertische. Wann wieder geöffnet wird, stand am Wochenende noch nicht fest. Da der Herbst bei Billardspielern sehr beliebt ist, will man so rasch als möglich alle Brandfolgen beseitigen.

Statt geplanter Großübung kleine Spritzaktion für Kinder

Der Einsatz dauerte bis gegen 15 Uhr. Eigentlich hätte am Samstag die Jahresübung der Freiwilligen Feuerwehr stattfinden sollen. Dafür war der Kindergarten Tulpenbaum im Vorfeld ausgesucht worden. Aufgrund des realen Einsatzes musste die Übung jedoch ausfallen. "Wir brauchen zwei Stunden, bis wir alles aufgeräumt haben und außerdem müssen die Fahrzeuge für den nächsten Einsatz wieder bestückt werden", sagte Lapp. Damit die Besucher der Feuerwehrübung aber nicht ganz enttäuscht wurden, stellte der Feuerwehrkommandant zwei Fahrzeuge auf dem Kindergarten-Gelände ab. "Damit die Kinder wenigsten etwas mit dem Feuerwehrschlauch spritzen können."

Quelle: Badische Zeitung 31.10.2016, Andrea Steinhart