Unwetter wütet kurz, aber heftig

Gundelfingens Feuerwehr zählte am Wochenende 73 Einsätze.

Bis an die Grenze zur Erschöpfung haben die Gundelfinger Feuerwehrleute und Kameraden aus den umliegenden Gemeinden in den vergangenen Tagen gearbeitet: Ein Unwetter in der Nacht auf Samstag sorgte in Gundelfingen und Wildtal für vollgelaufene Keller, überflutete, verschlammte Straßen und unter Wasser stehende Wohnungen. Insgesamt 73 Einsätze zählte die Feuerwehr, mehr als 90 Helfer und 15 Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz. Es war 0.30 Uhr in der Nacht auf Samstag, als die Feuerwehr Gundelfingen nach einem kurzen, aber heftigen Unwetter alarmiert wurde. Bis zum frühen Morgen gab es 59 Einsatzstellen, vor allem vollgelaufene Keller sowie überflutete und mit Schlamm und Geröll bedeckte Straßen, auf denen herausgerissene Kanaldeckel zusätzliche Gefahren erzeugten. Der Wasserdruck in der Kanalisation war so stark, dass es die Schachtabdeckungen herausdrückte. "Das war für die ersten Einsatzkräfte eine Gefahr, sie bekamen ja auch noch das Ende des Unwetters ab", berichtet Gundelfingens Kommandant Jens Lapp. Das mit Starkregen und Böen verbundene Unwetter hatte auch Äste abgerissen und Bäume umgeknickt.

Glottertäler Wehr löst erschöpfte Gundelfinger ab

Rund 90 Einsatzkräfte rückten aus, neben den Feuerwehren von Gundelfingen und Heuweiler auch die Feuerwehr aus St. Peter, die Führungsgruppe Dreisamtal und das Gundelfinger DRK. Zusätzlich wurden Pumpen des Landkreises nach Gundelfingen gebracht. Der Bauhof setzte Radlader ein, um Schlamm beiseitezuschaffen. Ein Auto kam auf der schlammverschmierten Fahrbahn von der Straße nach Heuweiler ab und musste mit Hilfe einer Seilwinde aus einem vom Wasser völlig aufgeweichten Acker geborgen werden. An dieser Straße und an der Straße nach Wildtal wurden nach dem Reinigen Warnschilder aufgestellt.

Am Samstagvormittag wurde die Feuerwehr aus Glottertal eingesetzt, um die erschöpften Gundelfinger Kameraden abzulösen. Schon am Samstagmorgen kündigte Kommandant Lapp an, dass das Unwetter auch im Nachgang noch viel Arbeit bedeute, schließlich müssten die gesamte Ausrüstung – Geräte, Fahrzeuge und Einsatzkleidung – gereinigt und wieder flott gemacht werden.

Am Samstag verschaffte sich Bürgermeister Raphael Walz vor Ort einen Überblick der Lage. Schwerpunkt der Unwetterfolgen war die westliche Ortshälfte, unter anderem der Bereich der Gewerbestraße. Aber auch östlich der Bahnlinie und in Wildtal gab es Einsätze.

Fünf Personen konnten erstmal nicht in ihre geflutete Kellerwohnung zurück. Sie wurden zeitweise im Feuerwehrgerätehaus vom Roten Kreuz betreut und müssen sich wohl vorerst eine andere Bleibe suchen.

"Das war für uns mit Abstand der größte und heftigste Einsatz seit langem", resümierte Kommandant Jens Lapp. Vor allem die große Anzahl an parallelen Einsätzen habe den ehrenamtlichen Helfern viel abverlangt. "Und dass wir selbst die Kameraden aus St. Peter anfordern müssen, ist ja keinesfalls alltäglich."

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Quelle:Badische Zeitung 27.06.2016 von Manfred Frietsch