Wasser und Schlamm

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und unter Wasser stehende Wohnungen: das Unwetter in der Nacht zum Samstag hat Gundelfingen voll erwischt. 90 Einsatzkräfte sind seit kurz nach Mitternacht im Einsatz.

Nach einem kurzen heftigen Unwetter wurde die Gesamtwehr Gundelfingen um 0.30 Uhr alarmiert. Bis zum frühen Morgen gab es 59 Einsatzstellen, vor allem vollgelaufene Keller, überflutete und mit Schlamm und Geröll bedeckte Straßen, auf denen herausgerissene Kanaldeckel zusätzliche Gefahren erzeugten.

Der Wasserdruck in der Kanalisation war so stark, dass es die Schachtabdeckungen herausgedrückt hatte. "Das war für die ersten Einsatzkräfte eine Gefahr, sie bekamen ja auch noch das Ende des Unwetter ab" berichtet Gundelfingens Kommandant Jens Lapp. Das mit Starkregen und Böen verbundene Unwetter hatte auch Äste abgerissen und Bäume umgeknickt. Rund 90 Einsatzkräfte rückten aus, neben den Feuerwehren von Gundelfingen
und Heuweiler auch die Feuerwehr aus St. Peter, die Führungsgruppe Dreisamtal und das Gundelfinger DRK.

Alle verfügbaren Pumpen im Einsatz


Zusätzlich wurden Pumpen des Landkreises nach Gundelfingen gebracht. Der Bauhof setzte Radlader, um Schlamm beiseite zu schaffen. Ein Pkw kam durch schlammverschmierte Fahrbahn von der Straße nach Heuweiler ab und wurde mit einer Seilwinde aus einem vom Wasser völlig aufgeweichten Acker geborgen. An dieser Straße und an der Straße nach Wildtal wurden nach dem Reinigen Warnschilder aufgestellt.
Am Vormittag wurde die Feuerwehr aus Glottertal eingesetzt, um die erschöpften Kameraden abzulösen. Die Einsätze sind noch nicht ganz beendet. "Derzeit haben wir noch einen Fall in Arbeit", berichtet Kommandant Lapp kurz nach 12 Uhr. Danach werde man noch Stunden zu tun haben, um Ausrüstung, Geräte, Fahrzeuge und Einsatzkleidungen zu reinigen und flott zu machen.

Auch Bürgermeister Raphael Walz verschaffte sich vor Ort einen Überblick der Lage. Schwerpunkt der Unwetterfolgen war die westliche Ortshälfte, unter anderem der Bereich der Gewerbestraße. Aber auch östlich der Bahnlinie und in Wildtal gab es Einsätze.

Fünf Personen können derzeit nicht in ihre geflutete Kellerwohnung zurück und wurden zeitweise vom Roten Kreuz im Feuerwehrgerätehaus betreut.

"Es war seit langem für unsere Feuerwehr von der Heftigkeit her, mit der großen Anzahl an parallelen Einsätzen, insgesamt 67, der größte Einsatz", reümiert Jens Lapp, "dass wir auch die Kameraden aus St. Peter anfordern müssen, ist ja keinesfalls alltäglich."
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Quelle: Badische Zeitung 25.06.2016, Manfred Frietsch