Ein Rekordjahr bei der Feuerwehr

Zwei Rekorde hat die Abteilung Gundelfingen der Freiwilligen Feuerwehr Gundelfingen am Freitag in ihrer Abteilungsversammlung für 2015 gemeldet: Mit 77 die höchste Zahl von Einsätzen und mit 28 die höchste Zahl von Mitgliedern in der Jugendwehr.
Alexander Holzmann ist neuer stellvertretender Abteilungskommandant.
Die Hauptversammlung der Gesamtwehr findet am 25. November statt.
„Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ sind die unverzichtbaren Aufgaben der Feuerwehr. Dabei könnte man sie durchaus umbenennen in Technische Hilfswehr, denn wie Schriftführer Thomas Baumann berichtet, übersteigen die technischen Hilfeleistungen die der Brände deutlich.
So standen 2015 14 Brandeinsätzen (der aufwändigste im November beim Ecenter) 37 technische Hilfeleistungen, 11 Tierrettungen, 7 durch Brandmeldeanlagen und 8 sonstige Einsätze gegenüber. Außergewöhnlich sei die Evakuierung der Feuerwehr bei der Bergung von zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg im August gewesen, bei der trotzdem die Einsatzbereitschaft sichergestellt wurde.
Die Ausschreibung für einen neuen Gerätewagen habe viel Arbeit gemacht, der in diesem Jahr geliefert werden soll, gab Jens Lapp bekannt.
Zudem seien 2015 ein Gabelstapler, vier Schutzanzüge für Chemieunfälle, Geräte und Ausrüstungsgegenstände beschafft worden. 1.716 Einsatzstunden haben die Wehrleute – 51 Männer und zwei Frauen, 8 mehr als im Vorjahrehrenamtlich geleistet, dies auch in 45 Einsätzen bei Nacht zwischen 18 und 6 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen.
Dabei hätten, so der Kommandant, die Einsatzkräfte sieben Menschen und 8 Tiere aus bedrohlichen Situationen retten können. Zu diesen Einsätzen kommen noch 48 Proben, eine große Zahl von Lehrgängen, Seminaren, Weiterbildungen, Besprechungen und Sitzungen auf örtlicher und überörtlicher Ebene.
Den immer komplexer werdenden Anforderungen habe die Wehr mit hoch motivierten Einsatzkräften unter Einhaltung der Hilfsfristen professionell gerecht werden können, betonte der Kommandant.
Als besonders erfreulich bezeichnete er die Erfüllung der vollen Einsatzbereitschaft auch während der Arbeitszeiten der Wehrleute in ihren Berufen. „Dies spiegelt ein beachtliches Leistungsspektrum und die Bandbreite der geleisteten Arbeit unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte und Mitglieder im gemeinnützigen Dienst der Bürgerschaft“, umriss der Kommandant die Bedeutung seiner Mannschaft.
Das verband er mit einem Dank an Gemeinde und Gemeinderat für die Ausrüstung und Ausstattung. Mit einem Tag der offenen Tür, beim Frühlingsmarkt, der Jahreshauptübung und beim Tag der Vereine habe sich die Feuerwehr öffentlich präsen-tiert, mit der Christbaumverbrennung auch in das Gemeindeleben eingebracht. Bei all den vielen Aufgaben und Verpflichtungen seien Geselligkeit und Kameradschaft nicht zu kurz gekommen, resümierte der Kommandant ein außergewöhnliches Jahr.Die Jugendfeuerwehr kann in diesem Jahr auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken, berichtete Michael Wambach, der die Abteilung seit 35 Jahren leitet.
Dazu werde sie ein Grillfest mit allen Ehemaligen und Aktiven der Jugendfeuerwehr am 11. Juni und das Kreisjugendfußballturnier am 12. Juni organisieren.
„Das Jahr 2015 war wieder sehr anspruchsvoll und hatte den Schwerpunkt Sport“, blicke Wambach auf das Berichtsjahr zurück, in das er mit 22 Jugendlichen und 6 Betreuern gestartet war. Das Einsammeln der ausgedienten Christbäume, das Mitwirken an deren Verbrennung im Januar, an der Dorfputzede im April, am Mai-Hock der Wildtäler Kameraden, die Teilnahme am S-MOVE-Vorentscheid in Murg mit drei Gruppen und einem ersten Platz und am dadurch erreichten Landesentscheid am Landesfeuerwehrtag in Wangen sowie am Tag der Vereine und einem Fußballturnier beschäftigten die Jugend im ersten Halbjahr. Das zweite wurde eröffnet mit der Beteiligung am dem Tag der offenen Tür der Gesamtwehr und am Ferienprogramm. Ein Sternmarsch nach Staufen, ein Grillfest mit den Eltern, die Hauptprobe im Oktober, die Jugendflamme in Neustadt, das Wanderpokalschießen bei den Sportschützen waren, so Wambach, weitere Stationen. Insgesamt, so rechnete er vor, hatte die Jugendfeuerwehr 2015 49 Proben und überörtliche Veranstaltungen, davon 5 Doppelproben. Die Betreuer leisteten 1.712 Stunden für die Jugendfeuerwehr, die Jugendlichen selbst 2.637 Stunden. 12 Zugängen standen vier Abgänge durch Übernahme in die Aktiven und sechs durch Austritte gegenüber. Aktuell zählt die Jugendfeuer 27 Jugendliche, davon 6 Mädchen, freuten sich der Jugendwart, der Kommandant und der Bürgermeister gleichermaßen über eine erfolgreiche Jugendarbeit. Für den verhinderten Leiter, Ehrenkommandant Alfred Lapp, verlas Jens Lapp den Bericht der Al-terswehr. Die 18 Mitglieder würden sich monatlich zum Stammtisch treffen, Ausflüge unternehmen und mit ihrer großen Erfahrung der Wehr auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Durch die vielen Einsätze, die Veranstaltungen und den Verkauf des Feuerwehrkalenders sei das Jahr auch finanziell erfolgreich gewesen, berichtete Kassenwart Stefan Pretzer von einem guten Stand der Kamerad-schaftskasse. Wolfgang Engler bescheinigte ihm eine einwandfreie Kassenführung. Mit einem Lob für die schlagkräftige Truppe über ein erfolgreich gemeistertes ereignisreiches Jahr schloss sich als oberster Dienstherr Bürgermeiser Raphael Walz an. Die Tagesrufbereitschaft und die Kameradschaft seien super. „Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr und wir stehen voll hinter ihr“, bedankte er sich bei den Kameraden mit ihren Partnern, ihrer Führungsmannschaft und den den Betreuern. Sie werde von der Gemeinde gut unterstützt, führte er als aktuelle Beispiele die Feuer-wehrentschädigungssatzung und die Beschaffung des neuen Gerätewagens an.
Mit einen „Riesendank“ hat Bürgermeister Raphael Walz seinen Antrag auf die einstimmig erfolgte Entlastung des Vorstandes verbunden, bevor er mit Handschlag und Urkunde Harry Rapp, Pascal Schimanski, Moritz Kullmann und Hannes Engler als neue Aktive mit der Beförderung zum Feuerwehrmann in die aktive Wehr aufnahm. Besonders erfreulich dabei ist, wie der Kommandant betonte, dass mit Rainer Engler (Teningen) und Michael Reinbold (Glottertal) zwei ausgebildete Feuerwehrkameraden zusätzlich für die Tagesrufbereitschaft gewonnen werden konnten, die in Gundelfingen arbeiten. Zu Oberfeuerwehrmännern wurden Daniel Andris, Johannes Andris, Orazio Greco, Marc Hofmann und Michael Kremer befördert.Walz leitete, unterstützt von Hans-Peter Brunck und Bernhard Merz als Wahlhelfer, auch die Wahlen, die für die Führungsspitzen geheim mit Wahlkabine und Wahlurne vorgeschrieben sind. Dabei wurden in Abwesenheit mit ihrer Zustimmung erstmals offiziell Alfred Lapp zum Leiter der Alterswehr und Gustav Nübling zu seinem Vertreter gewählt. Einstimmig wurde Jens Lapp als Kommandant bestätigt. Nachdem Jürgen Köppler nicht mehr kandidiert hatte, wurde Alexander Holzmann mit der Mehrheit von 29 der 42 Stimmen zu seinem Stellvertreter gewählt. Einstimmig wiedergewählt wurden Thomas Baumann als Schriftführer und Stefan Pretzer als Kassenwart. Schwieriger wurde die Auszählung für fünf Beisitzerposten bei sieben Kandidaten. Gewählt wurden mit je 33 Stimmen Roland Engler und Kay Gauglitz sowie Matthias Mack (32), Michael Wernet (28) und Michael Fiedler (25). Nach Bürgermeister Walz, Kommandant Jens Lapp und Jürgen Köppler gratulierten auch Abteilungskommandant Matthias Gehri für die Wildtäler Kollegen und Michel Hornbruch für die Vereinsgemeinschaft IGV den Gewählten und der Wehr zu ihren guten Leistungen.

Quelle: Gundelfinger Nachrichten am 21.04.2016, Rolf Meyer