Zwei Bomben sind entschärft

Nach drei Stunden war die Evakuierung der Gefahrenzone in Gundelfingen gegen elf Uhr abgeschlossen. Das bedeutete, dass die Bombenentschärfer ans Werk gehen konnten. Die Polizei war davon ausgegangen, dass von den vier Verdachtsstellen bei zweien tatsächlich eine Fliegerbombe im Boden steckt. Und in der Tat: Baustellenleiter Heinrich Grumber bestätigte, dass zwei Bomben gefunden worden sind. "Es handelt sich wieder um 500-Kilo-Standartbomben wie bei den früheren Fundstellen in Gundelfingen", sagte er. Um kurz vor 12 Uhr waren die Bomben dann entschärft und unschädlich gemacht. Die Evakuierung wurde anschließend beendet.

An der Auffahrt der B 294 auf die B 3 Richtung Freiburg und an der Auffahrt der B 294 auf die B 3 Richtung Waldkirch sind die beiden Fliegerbomben gefunden und entschärft worden. An den beiden anderen untersuchten Stellen hat sich der Verdacht dagegen nicht bestätigt.

"Die Evakuierung lief vollkommen problemlos", sagte der Pressesprecher der Polizei, Wolfgang Roth. Niemand hatte sich widersetzt. Ein Polizeihelikopter kontrollierte aus der Luft, dass sich niemand mehr im Gefahrenbereich aufhält.


 Was haben die Leute gemacht, deren Häuser in der Evakuierungszone liegen? Viele packten ihr Frühstück ein und setzen sich auf eine Bank im Grünen, andere besuchten alte Freunde und eine Familie nutzte den Tag für einen Ausflug in den Europa Park. Der Andrang in der Turn- und Festhalle hielt sich in Grenzen. Es seien in der Spitze mal bis zu 30 Personen gewesen, sagt Brigitte Breisacher vom Gundelfinger DRK, die das Angebot genutzt haben. In der Festhalle hat das Rote Kreuz einen kleinen Imbiss angeboten.

Die Polizei kontrollierte Haus für Haus


Die Polizei hatte die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Polizisten sind Haus für Haus durchgegangen und haben geschaut, ob sich noch jemand in den Wohnungen befindet. Um die vier Verdachtsstellen unter der B 3 und der B 294 bei Gundelfingen wurde ein Sicherheitsradius von 500 Metern gezogen.

Nicht alle wussten Bescheid. Wie ein älterer Rollerfahrer an der Total-Tankstelle in Gundelfingen: "Bomben, was für Bomben? Wo sollen die liegen?" Vorbeilaufende Passanten klärten ihn auf.

An der Absperrstelle ballte sich der Verkehr. Vor allem Autofahrer mit auswärtigen Kennzeichen fragten nach dem Weg. Es waren aber auch Freiburger Taxifahrer dabei, die nicht wussten, dass heute Bomben entschärft werden sollen.

Während des Einsatzes vom Kampfmittelbeseitigungsdienst durfte sich niemand in der 500-Meter-Zone aufhalten. Die Polizei kontrollierte das per Patrouillen am Boden und mit einem Hubschrauber aus der Luft. "So sollen auch mögliche Plünderungen verhindert werden", sagte Einsatzleiter Berthold Fingerlin. Polizeiwagen mit Lautsprechern wiesen die Bevölkerung auf die Evakuierung hin. Im Mooswald hielt die Polizei Jogger oder Radfahrer davon ab, in den Gefahrenbereich zu geraten.

Straßensperrungen sind aufgehoben


Gesperrt waren die B 3 zwischen Denzlingen und Gundelfingen sowie die B 294 zwischen Glottertal und der Autobahnanschlussstelle Freiburg Nord. Auch die Verbindungsstraße zwischen Gundelfingen und Vörstetten war dicht. Einheimische konnten über die Alte Bundesstraße nach Freiburg fahren und gelangten über Heuweiler Richtung Norden. Der Linienbusverkehr durfte während des Bombeneinsatzes weder den Bereich des Gewerbegebietes, noch die Vörstetter Straße oder die Lindenstraße anfahren.

Ein Anlass für besondere Angebote


Alle Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, konnten sich in der Festhalle aufhalten. Einige Gastronomen hatten die Evakuierung auch zum Anlass genommen, um besondere Angebote zu machen. So gab es beispielsweise im Charivari ein "Bombenfrühstück" und "Bombenstimmung" herrschte in der Gaststätte im Waldstadion, wo es Musik gab und der Kaffee frei war.

Quelle:Badische Zeitung vom 23.08.2015 von Max Schuler

weitere Bilder...