Explosive Show der Feuerwehr

GUNDELFINGEN (ast). Mit einer explosiven Show begeisterte die Freiwillige Feuerwehr Gundelfingen am Wochenende die zahlreichen Besucher. Sie zeigte, wie ein Fettbrand nicht zu löschen ist, und öffnete ein Unfallfahrzeug, um die eingeklemmten Opfer zu retten. Präsentieren konnte sich auch der DRK-Ortsverband.

"Das ist echt toll", schwärmte der sechsjährige Johannes aus Vörstetten, der ganz in Feuerwehrmontur, aus einem Feuerwehrauto kletterte. Viele kleine Jungs und Mädchen träumen davon, einmal zur Feuerwehr zu gehen. Kommandant Jens Lapp und seine Feuerwehrkameraden setzen auf sie, denn die Freiwillige Feuerwehr braucht dringend Nachwuchs. Daher stand beim Tag der offenen Tür am Wochenende die Jugendarbeit im Fokus. Schon beim Eingang zum Gelände lockten die hochmodernen Feuerwehrfahrzeuge, die von den kleinen und großen Gästen erkundet wurden. Auch ein Blick ins Gerätehaus war möglich.

Auch Ferdinand (5) ist sich sicher, dass er einmal bei der Feuerwehr arbeiten wird, nachdem er die vielen Feuerwehrschläuche inspiziert hatte. Vor allem das Halten der Spritze und das Löschen eines Feuers hatten ihn fasziniert. An der Spritzwand konnten er und die anderen kleinen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sich im Löschen beweisen. "Ich erkläre den Kindern gerne alles – vielleicht kommen sie irgendwann mal zur Jugendfeuerwehr", sage die Feuerwehrfrau Svena (16). Für sie und für die anderen, die am Stand der Jugendwehr Fragen beantworteten und beim Ziellöschen mit dem C-Rohr die kleinen Besucher unterstützten, ist es keine Frage, dass sie in einigen Jahren zu den aktiven Einsatzkräften wechseln. Die Jugendfeuerwehr bietet ihnen neben feuerwehrtechnischen Übungen auch ein vielfältiges Freizeitprogramm. Wer sich für die Feuerwehr interessiert, kann ab zehn Jahren mitmachen.
Scheinbar harmlos köchelt weit entfernt von den Tischen Fett in einem Topf. Plötzlich entzündet es sich. Der Feuerwehrmann löscht das brennende Fett mit einem Schnapsglas voll Wasser. Dadurch entsteht ein großer Feuerball, der in einem geschlossenen Raum zu einer Katastrophe geführt hätte. Die Fettexplosion soll deshalb nicht nur ein Schauspiel sein, sondern soll die Zuschauer auch mahnen, niemals einen Fettbrand mit Wasser zu löschen. Ein Erlebnis war eine spektakuläre Übung, bei der neun Mitglieder des Löschzugs mit Spreizer und Schere zwei Verletzte aus einem Unfallauto befreiten und es dabei gezielt auseinandernahmen. Zur Unfallstelle eilten auch Mitglieder des DRK. Sie kümmerten sich sofort um die Opfer. Innerhalb zehn Minuten wäre die Feuerwehr im Ernstfall am Einsatzort, versprach der Kommandant Lapp. Im Durchschnitt brauchen sie sieben bis acht Minuten. Der Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr ist neu. Bisher boten die Brandschützer einen Sommerhock an. "Bei einem offenen Tag können wir aber unsere Technik und unsere Aufgaben präsentieren", sagte Lapp. Der Tag soll auch Werbung für Nachwuchs sein – nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für ältere Bürger, die nach einer Grundausbildung bei der Feuerwehr mithelfen könnten. "Wir sind auch für Quereinsteiger sehr dankbar", sagte Lapp.

Badische Zeitung vom 23. Juni 2015 geschrieben von Andrea Steinhard