Fackelnder Abschied von Weihnacht
Feuerwehr feiert vor Gerätehaus mit einem ersten Freilufthock das junge Jahr 2012 und entsorgt ausgediente Weihnachtsbäume.
GUNDELFINGEN. Es war zwar kein offizieller Einsatz. Doch die Mitglieder der Feuerwehr in Gundelfingen hatten am Samstag alle Hände voll zu tun. Den Tag über stapelten sie mehr als 500 ausgediente Weihnachtsbäume und am Abend bewirteten sie gut 300 Gäste.
Elias fasste kräftig mit an. Gemeinsam mit seinem Vater zog der fast Vierjährige den ausrangierten Weihnachtsbaum durch die Straßen Gundelfingens bis zur großen Wiese hinter dem Feuerwehrhaus. Dort war schon ein riesengroßer Weihnachtsbaum-Berg angewachsen. Viele Besucher und vor allem viele Kinder tummelten sich in der Nähe. Jeder war neugierig auf das erste Weihnachtsbaumverbrennen.
Kurz nach fünf Uhr setzte ein Feuerwehrmann in Schutzkleidung den Weihnachtsbaumberg in Flammen. Mit lautem Zischen und Rauschen erfasste das Feuer die von ätherischen Ölen und Harzen getränkten Nadeln und innerhalb weniger Sekunden stand der ganz Tannen-Berg in Flammen. Gleich mehrere Feuerwehrmänner betreuten das lodernde Feuer. Immer wieder warfen sie weitere Bäume auf die Flammen, die zischten und sprühten und somit die Weihnachtsbäume ein letztes Mal zum Leuchten brachten. "Es ist richtig aufregend und wahnsinnig schön", sagte eine der vielen jungen Besucherinnen und Besucher.
"Ganz schön cool, so ein Weihnachtsbaumverbrennungsfest", fasste ein Besucher die Stimmung zusammen. "Eine tolle Idee", bekräftigte der Tischnachbar. Für die Gäste der Wehr gab es Würstchen und Glühwein, Kinderpunsch und Stockbrot. "Wir wollen damit eine Lücke im Veranstaltungskalender schließen und der Bevölkerung ein schönes Fest bieten", erläuterte Feuerwehrkommandant Jens Lapp. Völlig überrascht wurden er und die Kameraden vom derart großen Echo.
Mehr als 300 Gundelfinger kamen, um bei dem Schauspiel dabei zu sein. Jugendliche der Jugendfeuerwehr nahmen diese Gelegenheit beim Schopf und baten um eine kleine Spende für die Kameradschaftskasse. "Alle Gäste gaben nur allzu gerne eine Kleinigkeit", sagte der junge Feuerwehrmann. "Ein toller Erfolg", freute sich auch Feuerwehrkommandant Jens Lapp.
Quelle: Badische Zeitung vom 17.01.2011
Feuerwehr: Lapp geht, Lapp kommt
Sohn Jens folgt auf Vater Alfred Lapp als Abteilungs- und als Gesamtkommandant der Gundelfinger Feuerwehr.
GUNDELFINGEN. Neuer Feuerwehrkommandant in Gundelfingen ist Jens Lapp (33 Jahre), der in die Fußstapfen seines Vater Alfred (65) tritt, der nach 47 Dienstjahren - davon 18 Jahre als Kommandant - in die Altersmannschaft aufrücken wird. Jens Lapp wurde von den 36 wahlberechtigten Gundelfinger Kameraden einstimmig als Abteilungskommandant und kurz darauf im Beisein der Wildtäler Kameraden ebenso einstimmig von 49 Stimmberechtigten zum Gesamtkommandanten gewählt.
Der Gemeinderat wird am kommenden Donnerstag nur zu gerne diese Wahl bestätigen, signalisiert doch dieser Generationswechsel auch ein Zusammenwachsen der beiden Abteilungen, was zu verbesserten Synergieeffekten führen soll.
An die örtliche Feuerwehr werden überdurchschnittliche Anforderungen gestellt. Mindestens einmal wöchentlich rücken die Helfer aus. In den vergangenen drei Jahren wurden sie 2009 insgesamt 69 Mal alarmiert, ein Jahr darauf 52 Mal, und in diesem Jahr waren es bisher 49 Einsätze.
Gerade tagsüber - zwischen 6 und 18 Uhr - ist es nicht immer leicht, eine schlagkräftige Bereitschaft zu haben. Gerade dann aber wird die Feuerwehr häufiger gebraucht als zu Nachtzeiten. So werden schon seit geraumer Zeit auch die Kollegen aus Wildtal mitalarmiert. Sechs Fahrzeuge stehen im Rettungszentrum am Herdweg in Gundelfingen, zwei Löschfahrzeuge - auf Unimogbasis - in Wildtal. Derzeit sind in Gundelfingen 36 Wehrmänner und zwei Frauen in Uniform im Ernstfall verfügbar, in Wildtal sind es 22 Männer und eine Frau.
Die breite Palette der Anforderungen auf der rund 1430 Hektar großen Gemarkung reicht von den Gefahrenpotenzialen, die von produzierenden Betrieben im Gewerbegebiet ausgehen können, bis zu einem Brandeinsatz in den Bergen. Denn auch noch auf den Höfen in Wildtal mit der eher ländlichen Struktur gibt es Gefahrenpotenzial. Nicht umsonst wird regelmäßig nach der Heuernte die Temperatur in den Heustöcken kontrolliert. Im Ernstfall müssen die Löschfahrzeuge zudem mit den geländegängigeren Fahrzeugen bis auf eine Höhe von mehr als 700 Meter anfahren. Darüber hinaus sind die beiden Abteilungen der Gundelfinger Wehr dann gefragt, wenn - wie im Juli des Vorjahres - ein Gefahrguttransport auf der Schnellstraße B 294/B 3 liegen bleibt. Oder sie müssen löschen wie in diesem Jahr, wenn auf der Rheintalbahn nach einem Nothalt eine Waggonbremse des Nachtzuges qualmt oder sie helfen zudem, die Insassen aus den Abteilen ins Freie zu geleiten. Alle verfügbaren Kräfte waren dieses Jahr bei dem Wohnungsbrand im Mai im Einsatz, konnten aber den Tod eines Hausbewohners nicht mehr verhindern, der in Panik vom Balkon wieder in die Wohnung zurückgelaufen war und dort dann an den Rauchgasen erstickte.
Auf Jens Lapp wartet Arbeit. Als Chef des Gemeindebauhofes ist er aber auch tagsüber ständig verfügbar. So zeigte er sich am Freitagabend von seinem Wahlergebnis überwältigt: "Das ist eine sehr gute Basis für die Zusammenarbeit. Ich werde mich anstrengen."
Quelle: Badische Zeitung vom 13.12.2011
Feuer im Nachtzug – keine Verletzten
Glimpflich verlaufen ist ein Brand in einem Nachtzug auf der Rheintalstecke. Der Zug stoppte bei Gundelfingen, wo das Feuer gelöscht wurde. Alle Reisenden konnten sich in Sicherheit bringen. Die Bahnstrecke ist wieder frei
Nach Informationen der Bundespolizei war es am Montag um 5.50 Uhr im vierten Waggon des Nachtzuges Hamburg-Zürich - der mit dem Nachtzug Amsterdam-Basel zusammen geführt wurde - zu dem Brand gekommen (Fotos). Später spezifizierte ein Sprecher der Bahn, dass die Bremse die Wurzel des Problems war. Er sprach von einer "Bremsstörung mit Brandentwicklung".
Nach Angaben von Thomas Gerbert, dem Sprecher der Bundespolizei, handelte es sich zwar um ein kleines Feuer - doch die Rauchentwicklung sei beträchtlich gewesen. "Die Feuerwehr konnte den Brand nur mit Atemschutzgeräten bekämpfen", erläuterte Gerbert gegenüber der Badischen Zeitung. Das Feuer selbst war rasch gelöscht. Neben der Feuerwehr waren Rettungsdienste sowie Landes- und Bundespolizei am Ort des Geschehens.
Der Zug hielt nur wenige Meter hinter dem Bahnhof Gundelfingen in südlicher Fahrtrichtung, so dass sich die meisten Reisenden über den Bahnsteig in Sicherheit bringen konnten. Verletzt wurde nach übereinstimmenden Angaben von Bundespolizei und Bahn niemand. Die Zahl der Menschen im Zug beziffert Bundespolizeisprecher Gerbert auf etwa 350.
Die Passagiere haben mittlerweile die Weiterreise angetreten - die ersten mit Taxen, die meisten allerdings mit dem betroffenen Zug selbst: Dieser konnte seine Fahrt um 7.55 Uhr fortsetzen - "mit eingeschränkter Geschwindigkeit", wie es von Seiten der Bahn heißt. In Freiburg mussten die Fahrgäste, die in Richtung Schweiz unterwegs waren, auf andere Züge umsteigen. Der betroffene Wagen wird von Experten untersucht. Ein Bus-Ersatzverkehr, von dem am Montagmorgen zunächst die Rede war, konnte nicht eingerichtet werden. Nach Bahn-Angaben standen nicht genügend Busfahrer zur Verfügung.
Die Rheintalstrecke war zunächst in beide Richtungen gesperrt. Um 7.16 Uhr wurde das erste Gleis wieder frei gegeben, seit der Weiterfahrt des Nachtzuges ist die Strecke wieder in beiden Richtungen befahrbar. Im morgendlichen Berufsverkehr kam es zu teils erheblichen Verspätungen. Betroffen waren sowohl Fernzüge - wie etwa ein Intercity aus Frankfurt, der hinter dem Pannenzug warten musste - als auch der Nahverkehr. Mehrere Züge fielen durch die Gleissperrung aus, so dass sich beispielsweise Fahrten von Freiburg in Richtung Elztal um mehr als eineinhalb Stunden verzögerten.
Für die Feuerwehren und Rettungskräfte aus der Umgebung führte der Zwischenfall zu einem morgendlichen Großeinsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Gundelfingen war mit 28 Wehrleuten vor Ort, Kreisbrandmeister Axel Widmaier und Feuerwehrkommandant Alfred Lapp koordinierten den Einsatz. Unter Atemschutz gingen mehrere Wehrleute in den stark verrauchten Waggon und suchten diesen zunächst nach Personen ab. Dann bauten sie sogenannte Druckbelüfter aus, die den Rauch aus dem Zugabteil drückten.
In Einsatz waren auch sechs Helfer des Gundelfinger DRK-Ortsvereins. Sie kümmerte sich um die rund 400 Reisenden, die den Zug verlassen mussten. "Wir haben Kaffee und Getränke ausgeschenkt, die die Bahn zur Verfügung gestellt hat", sagt Ernst Göpfert, Vorsitzender des Ortsvereins. Des Weiteren gaben die DRK-Helfer die Informationen der Bahn an die Passagiere weiter und leisteten Dolmetscherdienste. "Anfangs waren die Auskünfte der Bahn leider etwas spärlich, das hätte besser sein können", so Göpfert. Viele der Reisenden hätten ungeduldig auf Informationen gewartet, da sie auf Anschlusszüge angewiesen waren oder ihren Flug am Euroairport in Basel bekommen wollten.
Panik aber, sagt Göpfert, habe keine geherrscht. Nur eine Dame sei ihm schon auf dem Weg zum Bahnhof heftig winkend mit zwei großen Koffern entgegengekommen. "Ich dachte zuerst, sie sei verletzt. Doch sie war so aufgeregt, weil sie in Freiburg unbedingt ihren Anschlusszug bekommen musste. Sie war auf dem Weg zu einer speziellen Krebstherapie bei einem Spezialisten in Locarno", erzählt Göpfert. Kurzerhand hat er die Frau nach Freiburg gefahren - und sie hat ihren Zug gerade noch rechtzeitig erreicht.
Quelle: Badische Zeitung vom 22.08.2011
Herbsthauptprobe
Übung mit realistischem Drehbuch
GUNDELFINGEN. Zufriedene Gesichter gab es am Samstagnachmittag bei der Herbstübung der beiden Feuerwehrabteilungen Gundelfingen und Wildtal. Die Aufgabe bestand darin, Menschen aus einem total verqualmten Haus in der Dorfmitte zu retten und die Nachbargebäude vor einem übergreifenden Brand zu schützen.
Rauchschwaden quollen aus den Fenstern. Schreie und Klopfen drangen vereinzelt nach draußen. Dann erschienen Kinder auf dem Balkon im ersten Obergeschoss, hustend und nach Hilfe schreiend. Ein Mann am Fenster drohte zu springen - so groß war die Angst vor dem Feuer. Eine Verpuffung im Keller, ausgelöst durch Jugendliche, die im Keller Feuerwerksraketen zündeten, bildete die Übungsannahme bei der Herbstabschlussübung der Feuerwehr Gundelfingen. Gerade einmal knappe sechs Minuten vergingen nach dem Alarm bis die ersten Wehrmänner vor Ort waren. Dann rückten in Sekundenabstand mehrere Feuerwehrfahrzeuge mit knapp 50 Mann unter dem Kommando von Stefan Kappler an. Unterstützung bei der Versorgung der Verletzten gab es vom Roten Kreuz, nicht wie üblich aus Gundelfingen, sondern aus Freiburg. Vier Sanitätern waren bei der Versorgung der Verletzten zuständig. Außerdem überwachte der Polizeiposten Gundelfingen den Verkehr auf der Alten Bundesstraße.
"Wir mussten erst einmal die Lage sondieren", erläuterte Kappler. Der Qualm, der für die Übung aus Nebelmaschinen kam, quoll aus allen Ritzen des Hauses. Die mit Atemluft ausgerüsteten Einsatzkräfte der Feuerwehr bewegten sich im dichten Qualm nur mehr krabbelnd. Zur Orientierung legten sie für die Rückzugsicherung einen Schlauch. Im Keller trafen sie zunächst auf zwei Jugendliche, die sie den wartenden Sanitätern übergeben konnten. Im Ernstfall hätten die Jugendlichen nach wenigen Schritten die Orientierung verloren, Rauchgase hätten sie dann schnell das Bewusstsein verlieren lassen. "Fünf Atemzüge reichen dazu", erklärte Feuerwehrmann Roland Engler.
Zuschauer erleben spektakuläre RettungsaktionSchnell wurde deutlich, dass die hilfeschreienden Kinder aus den oberen Stockwerken nur über den Balkon gerettet werden konnte. Das verqualmte Treppenhaus ließ die Feuerwehrmänner nicht mehr durch. Steckleitern wurden aufgestellt. Innerhalb weniger Minuten nach der Alarmierung stiegen die erste "Opfer" angeleint, die Leiter hinunter. Für den Mann am Fenster auf der Nordseite des Hauses, bauten die Feuerwehr ein aufblasbares, überdimensionales Sprungkissen in dem engen Vorgarten auf. Engler: "Innerhalb 20 Sekunden ist unser Sprungretter einsatzbereit." Aufgabe der zweiten Gruppe war der Aufbau der Wasserversorgung aus dem Hydranten mit vier C-Rohren und die Abschirmung der Nachbargebäude. Dazu wurde ein Hydroschild aufgestellt, das im Halbkreis Wasserfontänen in die Höhe schoss. Nach rund 45 Minuten erklärte der Einsatzleiter die Übung für beendet und das Gebäude für rauchfrei.
Doch die Übung diente nicht nur den Leuten von Feuerwehr und DRK, um Arbeitsläufe zu proben und abzustimmen. "Damit können wir auch den Zuschauern unsere Arbeit verständlich machen, was bei einem Ernstfall natürlich nicht möglich ist", sagte Kappler. Viele Interessierte waren gekommen, um das Geschehen zu verfolgen. Erläuterung zur Arbeitsweite und Gefahren gab dazu der Gesamtkommandant Alfred Lapp. Das Können der Feuerwehrleute beeindruckte auch die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr, die den Einsatz ihrer Vorbilder mit Adleraugen aufmerksam beobachteten. "Da läuft alles Hand in Hand - da ist richtig guter Teamgeist dahinter", fand Robin (15), der sich jetzt schon auf seine Zeit bei den Aktiven freut.
"Wieder einmal konnte die Feuerwehr zeigen, wie schlagkräftig sie im Ernstfall ist. Alles hat reibungslos geklappt und jeder hat jedem geholfen", bestätigte auch Bürgermeister Reinhard Bentler. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass neben den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr viele Schaulustige der Übung beiwohnten. Das, so der Bürgermeister, zeuge von einer hohen Anerkennung der Feuerwehr in der Bevölkerung. "Die Gundelfinger Bürger können beruhigt sein, denn ihre Feuerwehr ist auf Zack."
Quelle: Badische Zeitung 28.10.2009
Im Schneckentempo zum Einsatzort
GUNDELFINGEN. Die Feuerwehr kommt später als die Polizei zum Ort des Geschehens und das, obwohl sie rechtzeitig alarmiert wurde. Grund: zugeparkte Kreuzungen, enge Straßen und wuchernde Hecken. Immer häufiger stoßen die Einsatzkräfte mit ihren Feuerwehrfahrzeugen wegen der Gedankenlosigkeit vieler Autofahrer an die Grenzen des Machbaren.
2,50 Meter breit, 7,90 Meter lang, 3,30 Meter hoch - das sind die Maße des Gundelfinger Feuerwehrautos. Parken Autos falsch, gibt es oft kein Durchkommen. Brennt es oder braucht jemand Hilfe, kann es passieren, dass die Gundelfinger Feuerwehr, deren Gerätehaus nur einige Meter Luftlinie entfernt steht, es nicht rechtzeitig zum Einsatzort schafft. Wie ernst die Lage in Wirklichkeit ist, demonstrierten Kommandant Alfred Lapp und sein Stellvertreter Stefan Kappler bei einer Testfahrt.
Stefan Kappler ist ein langjährig erfahrener Feuerwehrmann. Zu Demonstrationszwecken steuert er das Löschfahrzeug LF 16/12, das üblicherweise als erstes beim Einsatzort ist. Kappler ist bestens mit dem Fahrzeug vertraut. Von der Feuerwache geht es als Erstes in die Scheffelstraße - und dort muss er zum ersten Mal zirkeln, weil ein Auto am Fahrbahnrand steht. Lapp steigt aus, weist Kappler ein. Der rangiert hin und her, fährt rechts fast in den Vorgarten und hat es dann nach Minuten geschafft. Einige Meter weiter ein rotes Auto direkt in der Fahrbahn. In der Vogesenstraße muss Lapp wieder aussteigen und Kappler an vier geparkten Autos vorbeilotsen. Den nächsten Stopp gibt es in der Kirchstraße. Dort steht ein Anhänger, der eine Engstelle bildet. Die Einfahrt in die Reinhold-Schneider-Straße kann das Tanklöschfahrzeug wegen nicht vorschriftsmäßig abgestellter Autos überhaupt nicht nehmen. Hier wäre ein minutenlanger Umweg notwendig.
Die Autos entlang der Schönbergstraße stehen dicht an dicht. Jedes freie Plätzchen ist dort belegt. Für ein normales Auto kein Problem des Durchkommens. Auch Kappler schafft es, allerdings mit sekundenlanger Verzögerung. Dann will er in die Blauenstraße. Links stehen Fahrzeuge, ein Wohnwagen wird für den bevorstehenden Urlaub gerade hergerichtet, rechts sprießt die Gartenhecke bis zur Straße. Ein Blick genügt, um zu sehen, dass das Feuerwehrauto hier stecken bleiben würde. Die aus ihren Häusern kommenden Autobesitzer gehen schnell in die Verteidigungshaltung. Auf die Konsequenz hingewiesen, dass ein solches Verhalten im Ernstfall Menschenleben kosten könnte, wird kurzerhand abgetan. Generell achten die Falschparker, so Lapp, durchaus darauf, dass der normale Verkehr von ihnen nicht behindert wird. "Viele schauen schon, ob ein anderes Auto vorbeikommt. An ein Feuerwehrauto denke aber niemand." Falls die Freiburger Berufswehr mit einer großen Leiter gerufen werden müsste, wäre für dieses größte Fahrzeug an ein Durchkommen überhaupt nicht zu denken.
Stirnrunzeln auch wenig später bei der Feuerwehranfahrt zu den Terrassenhäuser an der Sonnhalde. "Da kommen wir überhaupt nicht rein, ohne Schaden anzurichten", verdeutlichte Lapp. Bei falsch geparkten Autos wird, wenn die Zeit dazu bleibt, zuerst der Halter ermittelt. Wenn der nicht gefunden wird, wird das Auto abgeschleppt. Kosten für den Halter: 330 bis 400 Euro. "Wem das einmal passiert ist, der achtet künftig darauf, wo er sich hinstellt", weiß Lapp aus Erfahrung. Das liegt nicht nur an den Kosten für den Abschleppdienst und dem Verwarngeld, das bis zu 50 Euro betragen kann, sondern auch an der lästigen Rennerei nach dem eigenen Wagen.
Mit einem hohen Aufwand werden die Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr für den Notfall bereitgehalten, Männer und Frauen werden zeitintensiv ausgebildet und stehen parat, um innerhalb von Minuten Leben zu retten. "Wir müssen in zehn Minuten nach der Alarmierung an einem Einsatzort sein", erklärt Kappler. Denn wer zu lange im Brandrauch liegt, kann nicht mehr reanimiert werden. "Wenn wir in zehn Minuten vor Ort sind, bleiben den Kameraden nur noch wenige Minuten, um einen Menschen zu retten. Verbrauchen wir diese wertvollen Minuten um an Falschparkern vorbeizuzirkeln, wächst die Gefahr für Leib und Leben. Und davon könnte jeder betroffen sein. Jederzeit."
Quelle: Badische Zeitung 05.09.2009
Essen vergessen – Wehr kommt
GUNDELFIGEN (ast). Löschfahrzeuge der Feuerwehr mussten am Donnerstagabend in die Gewerbestraße ausrücken. Aufmerksame Nachbarn hatten die Feuerwehr gerufen, weil aus einer Wohnung dichter Rauch drang und das gesamte Gebäude verqualmte. Einsatzkräfte verschafften sich Zutritt zu der Wohnung und stellten einen Topf mit angebrannten Speisen sicher. Der Herd wurde ausgeschaltet, der angebrannte Topf entfernt und die Wohnung noch fürsorglich gelüftet. Der Bewohner der betroffenen Wohnung war nicht anwesend. Dennoch musste eine Person einer Nachbarwohnung über die Steckleiter gerettet werden. 25 Feuerwehrmänner und -frauen waren im Einsatz, ebenso der Rettungsdienst und die Polizei.
Quelle: Badische Zeitung 08.09.2009
Der Nachwuchs an der Wasserspritze
GUNDELFINGEN. Das etwas durchwachsene Wetter am vergangenen Wochenende konnte die Laune der Gundelfinger beim Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr nicht vermiesen. Wenigstens stellte sich der Regen am Samstag pünktlich zur Festeröffnung ein. Neben dem typischen Festzelt, in dem für Essen und Trinken gesorgt war, gab es auf dem Feuerwehrhof einen großen Spieleparcours für die kleinen Besucher.
Knallrote Feuerwehrfahrzeuge, heulende Sirenen und ein brennendes Haus - es herrschte viel Betrieb beim Feuerwehrfest. Kommandant Alfred Lapp freute sich über den regen Andrang. Zwei Tage lang wurde rund ums Gerätehaus kräftig gefeiert, trotz kühlen und nassen Temperaturen. Alle hatten ihren Spaß am Feuerwehrfest. Die Kinder durften die Feuerwehrfahrzeuge von innen und außen inspizieren, sich an Wasserspielen beteiligen und gespannt das lodernde Feuer betrachten. Außerdem übten sie sich an der Wasserspritze, testeten ihre Fingerfertigkeit beim Einfädelspiel und trainierten im Gleichschritt auf selbst gebauten Skiern zu laufen. Die Großen hatten währenddessen allerlei Gesprächsstoff beim gemütlichen Beisammensein. Auch Feuerwehren aus der Umgebung waren gekommen und feierten mit ihren Gundelfinger Kameraden.
Neben den 45 aktiven ehrenamtlichen Feuerwehrmännern gibt es auch eine Jugendfeuerwehr, die zwar noch nicht bei Ernstfällen ausrücken darf, doch wird der Nachwuchs in Spiel, Spaß und Freizeit mit der Feuerwehrtechniken vertraut gemacht. Am Sonntagnachmittag konnten die Besucher bei strahlendem Sonnenschein und schon fast sommerlichen Temperaturen ein Bild über die Leistungsfähigkeit der Jugendfeuerwehr machen. Unter fachmännischer Anleitung löschte die jungen Floriansjünger kleine, gelegte Brände und zeigten einen kompletten Löschangriff.
In kurzer Zeit war die Pumpe angelaufen und die Schläuche verlegt. "Das Feuerwehrfest dient hauptsächlich der Öffentlichkeitsarbeit", sagte Stefan Kappler, denn viele sollen so besser über Gefahr, Schutz und Sicherheit aufgeklärt werden. Außerdem ist es eine gute Werbung für den ehrenamtlichen Dienst bei der Wehr. In diesem Jahr wurden bei der Gundelfinger Feuerwehrabteilung schon insgesamt 50 Einsätze gezählt. Zum Gelingen des Festes trug auch die Musikkapelle Eddy und Dietmar bei.
Quelle: Badische Zeitung 22.07.2009
Zwei Einsätze bei Gewitter
GUNDELFINGEN (fk). Auch die Gundelfingens Feuerwehr war im Einsatz, als am Mittwochnachmittag ein schweres Gewitter über der Region niedergegangen war. Gleich zweimal wurden die Floriansjünger gerufen.
Sieben Helfer waren um 16.44 Uhr unter Einsatzleiter Kappler an den Pfennigebach gerufen worden, wo im Dachstuhl eines Haus Brandgeruch - die Wehr vermutet aufgrund eines Blitzeinschlags - festzustellen war. Mit Hilfe der Wärmebildkamera konnte von den Spezialisten abgeklärt werden, dass kein Feuer ausgebrochen war. So rückte das Löschfahrzeug gegen 17.45 Uhr wieder ab.
Nur sechs Minuten später rückte ein weiteres Fahrzeug unter Einsatzleiter Nübling mit sechs Helfern aus, weil an der Schwarzwaldstraße "!Wassernot" gemeldet worden war. Beim Eintreffen stellten die Feuerwehrleute schnell fest, dass durch Rückstau im Regenfallrohr eine geringe Menge Wasser in eine Kellerwohnung eingedrungen war, wobei aber die Menge so gering war, dass sie mit den Pumpen nicht erfasst werden konnte. So rückte die Wehr wieder ab.
Quelle: Badische Zeitung 04.07.2009
Die Feuerwehr sucht Nachwuchs
GUNDELFINGEN. Die Freiwilligen Feuerwehren haben es überall schwer, Nachwuchs für die eigenen Reihen zu finden. Die Gundelfinger Feuerwehr versuchte nun bei der Nachwuchswerbung völlige neue Wege zu gehen. Am Samstag fand in der Ortsmitte erstmals ein groß angelegter Informationstag mit breitem Angebot statt.
Die Zeiten sind vorbei, als es für junge Männer noch selbstverständlich war, der Feuerwehr beizutreten, weiß Feuerwehrmann Gustav Nübling zu berichten. Bei ihm und seinen Freunden war das damals so. Doch heute plagt auch die Feuerwehr der demographische Wandel. Es gibt immer weniger junge Menschen, die beherzt zu Wasserpumpe oder Schlauch greifen wollen. Doch was passiert, wenn sich nicht mehr genügend Freiwillige für die Feuerwehr finden? "Dann muss die Gemeinde Gundelfingen eine Pflichtfeuerwehr gründen, was unbezahlbar ist, oder den Dienst bei der Freiburger Feuerwehr teuer einkaufen", erläuterte Bürgermeister Reinhard Bentler. "Dafür haben wir aber kein Geld."
Die Tagesbereitschaft weist große Lücken auf
"Das größte Problem besteht zwischen 7 Uhr und 16 Uhr", rechnet Stefan Kappler vor. Dann nämlich ist ein Großteil der 62 aktiven Gundelfinger und Wildtäler Feuerwehrleute arbeiten außerhalb der Gemeinde. Kappler: "Wenn dann etwas passiert, sieht es ziemlich schlecht aus." Selbst die nachwachsenden Jugendfeuerwehrmänner können die durch altersbedingte Austritte immer dünner werdende Personaldecke nicht mehr auffüllen.
Bisher wurde der Bevölkerung die Bereitschaft der Wehr an einem simulierten Einsatz gezeigt. Doch nun veranstaltete die Feuerwehr aus der Not heraus den ersten Informationstag mit spektakulären Aktionen und einem vollen Programm, bei dem sich Bewerber informieren konnten. Also nichts mit "Tatütata", vorbeieilenden Atemschutzträgern und meterweise Schläuchen. Beim Aktionstag lag für diejenigen alles bereit, die selbst einmal mit Maske und Pressluftatmer es wagen wollten, ins Innere eines verqualmten Zeltes zu gehen, oder mit einem hydraulischen Spreizer ein Auto zu öffnen. Damit die umstehenden Zuschauer etwas mitbekommen, wurden gerade die Übungen am Unfall-Auto im Zeitlupentempo durchgeführt und die einzelnen Handgriffe Schritt für Schritt von Feuerwehrkommandant Alfred Lapp erklärt.
"Ich habe mich jetzt entschieden zur Feuerwehr zu gehen", bestätigte am Rande der Veranstaltung Bernhard Haarhaus. Der 14-jährige gehört seit drei Jahren zur Jugendfeuerwehr. Eigentlich habe er sich schon immer für die Feuerwehr interessiert, doch hatte er immer andere Gründe es nicht zu tun. Nun ist er bereit, trotz stundenlangen Lehrgängen die er zuvor noch absolvieren muss und seinem anstrengenden Schichtdienst, sich für die Allgemeinheit beim freiwilligen Ehrenamt in der Feuerwehr zu stellen.
Der 11-jährige Joshua fiebert dagegen jetzt schon seinem Feuerwehr-Beitritt entgegen. "Ein Jahr muss ich noch warten." Warum er zur Feuerwehr will? "Na weil's Spaß macht und es ein toller Job ist." Das kann Pascal Huber (18) nur bestätigen: Seit seinem zwölften Lebensjahr ist er bei der Jugendfeuerwehr, seit einem halben Jahr gehört er zu den Aktiven. "Ich habe noch keinen Tag bereut. Hier habe ich die meisten meiner Freunde gefunden und viel gelernt."
Wer Interesse an der Freiwilligen Feuerwehr hat, findet Informationen unter http://www.feuerwehr-gundelfingen.org/ oder unter Tel. 583373 bei Stefan Kappler.
Quelle: Badische Zeitung 18.05.2009
