Nr. 21 30.05.2011 19.11 Uhr Wohnungsbrand

Die Feuerwehr Gundelfingen wurde zu einem Wohnungbrand in einem größeren Wohnhaus mit 53 Partien alarmiert. Beim Eintreffen des ersten Löschfahrzeug 6 Minuten nach der Alarmierung quoll dichter Rauch über den Balkon aus der Wohnung. Zeitgleich wurde die Brandbekämpfung sowie mit Hilfe der Polizei die Evakuierung der Bewohner eingeleitet. Mehrere Personen wurden durch die Feuerwehr gerettet. Dazu wurde unter anderem die Drehleiter der Berufsfeuerwehr Freiburg eingesetzt. Während der Löscharbeiten wurde eine leblose Person in der Wohnung aufgefunden. Da die oberen beiden Stockwerke durch den Rauch nicht mehr benutzbar waren wurden mehrere Personen durch das DRK und die Gemeinde in Hotels oder Notunterkünften untergebracht und betreut.

Alarmiert wurde die Gesamtwehr Gundelfingen sowie die Drehleiter der BF Freiburg und der Kreisbrandmeister

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Bericht der Badischen Zeitung

GUNDELFINGEN. Am Montagabend ist in einem Mehrfamilienhaus an der Reinhold-Schneider-Straße, in dem sich über 50 Wohnungen befinden, ein Brand ausgebrochen. Ein 52 Jahre alter Mann ist in den Flammen ums Leben gekommen, eine Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die anderen Bewohner konnten in Sicherheit gebracht werden. Die Ursache des Brandes, der in der Küche einer Einzimmerwohnung ausgebrochen war und einen sechsstelligen Schaden verursachte, muss noch ein Sachverständiger klären.

Um 19.10 Uhr hatte der Bewohner eines Nachbarhauses die Feuerwehr alarmiert. Dunkler und starker Rauch quoll von einem Balkon im vierten Stock. Minuten später stand schon eine Rauchsäule über dem Gebäude. Alfred Lapp, Kommandant der Feuerwehr Gundelfingen, alarmierte auch die Abteilung Wildtal und forderte zusätzlich die Drehleiter der Feuerwehr Freiburg. "Als wir eintrafen, wussten wir gleich, dass sich in der Wohnung noch eine Person befindet", berichtet Lapp die tragischen Ereignisse. Nachbarn hatten den Mann noch auf dem verrauchten Balkon gesehen. Anstatt zu versuchen, auf einen benachbarten Balkon zu klettern, ging er in die Wohnung zurück.

Der erste Trupp der Feuerwehr brach die Tür zu der Wohnung auf. Mit Atemschutzmasken gingen die Feuerwehrmänner hinein und entdeckten den bereits leblosen Mann, zwei Meter hinter der Wohnungstür liegend, unbekleidet und mit starken Brandverletzungen. Mit Wasser aus einem C-Rohr gelang es den Feuerwehrmännern, das Feuer rasch zu löschen. Der Notarzt konnte später nur noch den Tod des 52-Jährigen feststellen, der wohl an den giftigen Rauchdämpfen erstickt war. Ob der Mann noch versucht hatte, den Brand selbst zu löschen oder es nicht mehr zu Wohnungstür schaffte, ist unklar. In der Wohnung hatte sich bei Ausbruch des Brandes noch die Lebensgefährtin des Bewohners befunden, sie konnte die brennende Wohnung noch rechtzeitig verlassen, erlitt aber eine Rauchgasvergiftung. Sie wurde noch am Abend in eine Klinik eingeliefert, ebenso wie zwei weitere Bewohnerinnen des Gebäudes, im Alter von 94 Jahren und Anfang 50. Dies beiden Frauen konnten aber nach wenigen Stunden wieder entlassen werden.

Als die Feuerwehr eintraf, hatte eine zuvor schon eingetroffene Polizeistreife bereits begonnen, mehrere Bewohner der beiden obersten Stockwerke ins Freie zu geleiten. Vorsorglich wurde das komplette Haus geräumt, in einem Fall musste dabei eine Wohnungstür aufgebrochen werden, um nach möglichen Personen zu suchen. Nachdem die Feuerwehr in die brennende Wohnung vorgedrungen war, breitete sich Rauch auch in die Hausflure aus, mit einem Druckbelüfter wurde er dabei aus Fenstern des Treppenhauses herausgeblasen. Eine 85-jährige Bewohnerin musste mit der Drehleiter von der Feuerwehr geborgen werden, sie war auf das Dach geflüchtet.

Die Bewohner der ersten drei Stockwerke konnten noch am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren. Für die Bewohner der beiden obersten Stockwerke regelte Bürgermeister Reinhard Bentler mit dem DRK-Ortsverein, dass sechs Personen in den Räumen des DRK ein Notlager beziehen konnte. Fünf weitere Personen, darunter ein Paar mit einem Kleinkind, wurde in ein Hotel einquartiert, die 94-jährige Frau, die zunächst in die Klinik gebracht worden war, wurde von einer Bürgerin aufgenommen. Weitere Bewohner fanden Unterkunft bei Freunden oder Verwandten.

34 Feuerwehrleute, darunter Kreisbrandmeister Alexander Widmaier, sieben Feuerwehrfahrzeugen, Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz. In nicht einmal 30 Minuten hatte die Feuerwehr den Brand gelöscht und damit verhindert, dass er auf die Nachbarwohnungen überging. Nachdem mit Spezialmessgeräten die vorhandene Schadstoffbelastung gemessen und mit Wärmebildkameras mögliche Brandnester ausgeschlossen wurden, konnten die Bewohner der ersten drei Etagen um 23 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Etage vier und fünf sind vorerst jedoch unbewohnbar.

Spezialfirmen müssen die Wohnungen von Ruß und Rauch befreien. Die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, wurde von der Polizei versiegelt. Die Gundelfinger Wehr stellte sechs Feuerwehrleute zur Nachtwache ab.

Quelle: Badische Zeitung vom 01. Juni 2011